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Geschäftsführerin der BBS e.V.
Sabine Zeller

Als waschechter Alemannin lag mir die Seefahrt nicht gerade in der Wiege. Mein Weg dahin war dann auch eher ungewöhnlich. Lange Zeit wusste ich nur, dass mein künftiger Job vielseitig, interessant und fordernd sein muss. Kurz vor dem Abitur wurde es dann wirklich Zeit, also arbeitete ich mich durch das Berufshandbuch des Arbeitsamtes, und bei N wie Nautik wurde ich schließlich fündig. Von da an war mein Weg überraschend klar.

Ein Auslandsjahr in Irland war schon geplant. Nur die Parameter musste ich dann noch anpassen. Statt das ganze Jahr als Au-Pair zu arbeiten, bewarb ich mich nach ein paar Monaten auf einen Platz auf dem irischen Segelschulschiff. Nach zwei wunderbaren, anstrengenden und lehrreichen Wochen kam ich dann als Ferienjobber auf einer Fähre zwischen Irland und Frankreich unter. Schnell war klar, das passt, die Seefahrt und ich. Leider kam die Sache da kurz ins Stocken. Die Berufsbildungsstelle Seeschifffahrt war mir damals leider noch unbekannt, viele Reedereien hatten noch keine oder nur eingeschränkten Webseiten. Also verfasste ich emails an verschiedene Hochschulen mit der Bitte, mir mit Adressen von Reedereien bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz zu helfen. Professor Ziemer vom FB Seefahrt der FH Wismar (Warnemünde) legte mir in seiner Antwort den alternativen Weg als Praktikantin nahe, der gerade eingeführt worden war.

 

Diesen beschritt ich dann auch, aber nicht ohne mich zwischendurch zu fragen, ob eine Ausbildung nicht doch der bessere Weg gewesen wäre. Deshalb versuchte ich mir möglichst viele praktische Inhalte der Schiffsmechanikerausbildung selbst zu erarbeiten, seien es Metallarbeiten an Bord, ein Schweißlehrgang an Land oder Arbeiten mit Tauwerk auf Großseglern. Das Studium in Warnemünde war so vielseitig wie erhofft, dennoch fehlte mir im Grundstudium leider der Bezug zur Seeschifffahrt zu häufig. Also musste dieser dann über das Kutterpullen, Ferienpraktika und das wöchentliche "Seemannskino" im Studentenclub abgedeckt werden.

Die Zeit als Offizier lehrte mich, sowohl im Team zu arbeiten als auch ein Team zu führen und dabei auch unter Druck schnell und kompetent Entscheidungen zu fällen um auf die sich ständig ändernden Bedingungen zu reagieren. Die kritische Auseinandersetzung mit bestehenden Systemen und Arbeitsabläufen führte dazu, dass ich aktiv an der Gestaltung, Umsetzung und laufenden Anpassung von Safety Management Systemen an Bord verschiedener Schiffe mitarbeitete und u.a. ein Ladungshandbuch verfasste. Erfahrung und das Knowhow durch Aus - und Weiterbildungen konnte ich als Ausbilderin an Bord sowohl an jüngere Offiziere als auch an Schiffsmechaniker-Auszubildende und Praktikanten von verschiedenen Hochschulen weitergeben.

Die Arbeit als Partnerin im Sachverständigenbüro "Kapitän Strohmann und Partner [WaterCraftExpert]" ermöglichte mir, auch an Land im maritimen Sektor zu bleiben und dabei selbstständig zu arbeiten, ohne auf die Vorteile der Arbeit in einem kleinen Team zu verzichten. Da wir als kleines Sachverständigenbüro alle Aufgabengebiete abdeckten, konnte ich meinen Erfahrungshorizont durch die Aufträge auf den verschiedensten Schiffstypen ungemein erweitern.

Nach über drei Jahren kehrte ich dann der Selbstständigkeit aus privaten Gründen den Rücken. Beim Maritimen Kompetenzzentrum Elsfleth fand ich in der Ausbildung eine neue Heimat und durch den Erfahrungsaustausch in den von mir geführten Auffrischungskursen auch einen stets aktuellen Bezug zur Schifffahrt. Durch meine Beteiligung an der überbetrieblichen Ausbildung der Schiffsmechaniker und die enge Zusammenarbeit mit den Lehrern der BBS-Wesermarsch kam ich dann zum Ersten Mal mit der Berufsbildungsstelle Seeschifffahrt in Berührung.

Die Position als Geschäftsführerin der Berufsbildungsstelle Seeschifffahrt bietet mir die Gelegenheit, einer Überzeugung tieferen Ausdruck zu geben, die mich schon durch mein gesamtes Berufsleben begleitet - eine qualifizierte Aus-und Weiterbildung ist ein Grundpfeiler der maritimen Sicherheit! Ich freue mich mit Ihrer Unterstützung meinen Beitrag dazu leisten zu können, diesen so vielseitigen und erfüllenden Beruf Jugendlichen und jungen Erwachsenen in ganz Deutschland wieder näher zu bringen und sie dafür zu begeistern.

Sie erreichen mich unter:
Tel.: 0421-17367-11
E-Mail: zeller@berufsbildung-see.de
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